Die Feige: Aromatisch und Honigsüß!


Allgemeines und Herkunft:

Bis zu 100 Jahre alt kann ein Feigenbaum werden! Er ist einer der ältesten Nahrungs- und Nutzpflanzen der Menschheit. Schon in der Antike zählte die Feige zu den täglichen Grundnahrungsmittel und als Symbol der Fruchtbarkeit und des Wohlbefindens.

Ursprünglich stammte der Feigenbaum aus Kleinasien, wird aber seit dem 1. Jahrhundert nach Christus auch im Mittelmeerraum kultiviert. Langsam eroberte sie sich von dort aus den Weg bis nach Mitteleuropa ("Adriatische Feige"). 

Die Feige ist ein Maulbeerbaumgewächs, das nicht an hohen Palmen, sondern an bis zu 5m hoch werdenden Bäumen heranwächst.

Erst nach acht Jahren lohnt sich die erste Ernte. Danach kann man ca. 40 Jahre ernten, dann verringern sich die Erträge zunehmend, bis sie nach einiger Zeit schließlich von selbst aufhören.

Die bedeutendsten Anbaugebiete liegen in Australien, Brasilien, Frankreich, Griechenland, Indien, Israel, Italien, Kalifornien, Nordafrika, Spanien und der Türkei. 


Geschmack und Aussehen:

Frische Feigen schmecken schwach-aromatisch, honigsüß und gallertartig.

Reife Feigen haben ein tropfen- oder birnenförmiges Aussehen und weiches bis hellrosa Fruchtfleisch. 


Sorten:

Der wildwachsende Feigenbaum bildet drei Generationen pro Jahr mit unterschiedlichen Früchten.

 

Fichi: Wird im September reif und ist essbar.

Mamma: Wird zwar im April/Mai reif, ist aber ungenießbar.

Profichi: Wird im Juli reif, ist aber ebenfalls ungenießbar.

Die Kulturfeige/Essfeige hat nur weibliche Blüten und bildet drei Generationen.

Flori di fico: Wird von April bis Juni geerntet.

Pedagnuoli: Wird von Juni bis November geerntet.

Cimaruoli: Wird von September bis Jänner geerntet.

Bari Feigen: Nennt man eine italienische Trockenfeigen Sorte, die nicht zusammengepresst, aufgereiht oder zusammengeschoben wurden, sondern denen man durch Aufdämpfen die ursprüngliche Birnenform wiedergegeben hat.

Bayernfeige: Nennt man eine krankheitsresistente, frühreife und ungewöhnlich frostharte Feigensorte mit vielen positiven Eigenschaften, die an einem geschützten Sonnenplatz sogar in Deutschland gedeihen kann. Sie schmeckt süß-aromatisch, ist sehr ertragreich und trägt riesengroße Früchte.

Bocksfeige/Geissfeige/Holzfeige: Heißt eine Feigensorte, die nur männliche Blüten und keine essbaren Früchte hervorbringt.

Eselfeige/Maulbeerfeige/Sykomore: Heißt eine bitter schmeckende maulbeerartige Feigenart aus Äthiopien.

Garlansfeige: Heißt eine griechische Trockenfeigen Sorte.

Naturalfeigen/Trockenfeigen: Kommen aus der Türkei, Griechenland und Kalifornien.

Smyrna Feigen/Sultanfeigen: Nennt man getrocknete türkische Feigen, die als die beste Trockenfeigen Sorte gelten. Sie werden grundsätzlich nach der Größe sortiert und nach der Zahl der Früchte pro kg gehandelt.


Hauptinhaltsstoffe:

Zu den Hauptinhaltsstoffen zählen Bor, Calcium, Eisen, 50% Invertzucker, Kalium, Magnesium, Phosphor, Provitamin A,

Vitamin B1. Feigen zeichnen sich außerdem durch einen hohen Basenüberschuss aus und sind sehr enzymreich.


Verwendung und Zubereitung:

Feigen werden zu Kompott, Vorspeisen, zur Speiseeisbereitung und zur Herstellung von Alkohol, Wein oder Likör verwendet. Boukha heißt ein tunesischer Feigen Schnaps.

Getrocknet und gemahlen dienen Feigen in den Anbauländern entweder als Kaffeezusatz oder sie werden zu Feigenkaffee verarbeitet. Als Nachspeise werden Feigen am besten gekühlt mit Sahne, Zitronensaft, Kirschwasser oder Cognac oder als Abrundung eines feinen Menüs serviert.


Lagerung:

Getrocknete Feigen sollten trocken und kühl gelagert werden. Starke Kandierung, weißer Schalenbelag und saurer Geruch lassen auf eine Überlagerung oder fehlerhafter Lagerung schließen. Frische Feigen sind nur kurze Zeit lagerfähig.


Volksmedizinische Bedeutung:

Frische und getrocknete Feigen haben eine verdauungsfördernde Wirkung, da sie reich an Ballaststoffen und Enzymen sind. Getrocknete, in Milch aufgeweichte Feigen, helfen bei Kehlkopf und Rachenkatarrh. Die leicht verdaulichen Feigen haben im Allgemeinen eine sehr sättigende, stimmungsaufhellende, immunstärkende, entgiftende, entsäuernde und anregende Wirkung.


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